Work & Travel in Australien

Endlich ist es soweit: Du betrittst das erste Mal australischen Boden und das langersehnte Abenteuer beginnt! Mit deinem Working-Holiday-Visum darfst du nun für ein ganzes Jahr diesen wundervollen Kontinent bereisen und mit Gelegenheitsjobs deine Reisekasse auffüllen. Doch bevor es wirklich für dich losgeht, sind zu Beginn einige grundlegende Dinge zu beachten und zu organisieren.

Der nachfolgende Artikel bezieht sich auf unsere persönlichen Erfahrungen und soll dir zur Unterstützung eine Art Checkliste bieten. Zudem bekommst du ein paar nützliche Tipps und Empfehlungen mit auf den Weg.

 

Erste Anlaufpunkte und organisatorische Tätigkeiten nach Ankunft in Down Under

Australische Steuernummer/ TFN

Grundvoraussetzung für das Geldverdienen und einer der ersten Schritte für uns war, eine Steuernummer (TFN) beim Australian Taxation Office (ATO) zu beantragen. Das geht in Australien bequem und unkompliziert übers Internet. Allerdings kann die Bearbeitungszeit einige Wochen dauern und dann wird die Nummer per Brief zugeschickt.

Solltest du keine TFN beantragen aber trotzdem arbeiten, wird dein Einkommen mit dem Höchstsatz von 49 % besteuert. Bis 2017 mussten Backpacker sowie Australier keine Steuern bezahlen, solange ihr Einkommen nicht 18.200 AUD im Jahr überstieg. Ab dem 1.1.2017 müssen Rucksackreisende aus acht Ländern, die sich mit einem Working-Holiday-Visum Geld dazu verdienen, eine 15-Prozentige Abgabe zahlen. Jedoch kann es sein, dass Australien diese erhobene Steuer an die Betroffenen wieder zurückzahlen muss, da die „Backpacker-Steuer“ für unzulässig erklärt wurde. Wir bleiben gespannt. Wer Großes vor hat und mehr als 37.000 AUD im Jahr verdienen möchte, muss mit einem Steuersatz von 32,5 % rechnen.

 

Einrichtung einer Postbox

Damit wir Post empfangen können, haben wir eine sogenannte Postbox in einem anderen Bundesstaat einrichten lassen. So eine Postbox bietet praktische und bequeme Vorteile. So kannst du zum Beispiel auch Post aus der Heimat, von deiner australischen Bank oder die beliebten Strafzettel empfangen. Bank- und Kreditkarten kannst du dir gegen Mehrkosten weiterleiten lassen. Die deutschsprachige Firma MOJOKNOWS bietet dir zum Beispiel diesen Service an. Hier erhältst du ein digitales Postfach, an welches deine Post in digitaler Form gesendet wird. Jedoch sind die Kosten mit 14,99 € pro Monat pro Person (Stand 2020) sehr hoch.

In unserem Fall hatten wir über die Facebook-Gruppe BCA – Backpacker Cars Australia – The Original“ bei dem Admin Christian Keller unsere Postbox eingerichtet. Das kostete uns 5 AUD pro Monat pro Person. Eine einmalige Einrichtungsgebühr von 5 AUD entfiel für uns, da wir länger als acht Monate reisten. Über den Messenger von Facebook haben wir dann immer zuverlässig unsere Post in digitalisierter Form erhalten.

 

SIM-Karte von Aldi

Um mobil zu bleiben und für eine australische Nummer, haben wir uns in einer Aldi-Filiale zwei Prepaid-SIM-Karten zugelegt. Ja ihr lest richtig! Aldi gibt es zu unserer großen Freude auch am anderen Ende der Welt. Wie hierzulande Aldi Talk gibt es in Australien Aldi Mobile mit dem Telstra-Netz. Das Telstra-Netz gilt in Australien neben Optus als das am besten ausgebaute Netz. Beim Discounter bezahlt man natürlich deutlich weniger als beim Anbieter Telstra direkt. Da muss es ja auch einen Unterschied geben, fragten wir uns. Und den gab es: An vielen Campingplätzen gab es von Telstra kostenlose Hotspots, in dessen WLAN wir uns jedoch mit unseren Aldi-Telstra-Netz nicht einwählen konnten. Dafür muss man Telstra-Kunde sein und sich bei Telstra Air anmelden.

Nachdem wir unsere Prepaid Sim starter packs für 5 AUD (ist sogleich das Startguthaben) gekauft und eingelegt hatten, mussten sie noch freigeschaltet werden. Da wir ja noch kein Internet hatten, mussten wir diese telefonisch über ein Call Center aktivieren. Nachdem dieser etwas nervenaufreibende Schritt (die Mitarbeiter waren wie wir keine Englisch-Muttersprachler) erledigt war, dauerte es nicht lange, bis wir mobil waren.

Wir haben immer sogenannte Value Packs gebucht und können das auch nur empfehlen. Mittlerweile heißen diese Mobile Plans und ihr erhaltet wesentlich mehr für euer Geld, als zu unserer Zeit 2018/19. Beispielsweise bekommt man für 15 AUD 3GB Datenvolumen (vorher 500MB) und unbegrenzte Freiminuten und SMS (vorher 250 Minuten Gesprächsguthaben). Für 25 AUD erhält man dann schon 18GB Datenvolumen (vorher 1,5GB und 750 Freiminuten für 20 AUD). Die Mobile Plans sind immer nur für 30 Tage gültig, jedoch könnt ihr nicht gebrauchtes Datenvolumen als data rollover unter bestimmten Voraussetzungen mit in den nächsten Monat nehmen. Über eine App kann man bequem sein Guthaben verfolgen und bei Bedarf aufladen. Zudem gab es immer mal Aktionen und Sonderangebote. Neben den mobilen Daten haben wir so oft es ging versucht, uns über ein WLAN einzuwählen. Das war eher in den Städten möglich, auf bezahlten Campingplätzen und Unterkünften, in Kaufhäusern oder bei Mc Donalds.

Mit dem Netz waren wir weitestgehend zufrieden. In den Städten und Ortschaften hatten wir natürlich guten Empfang. Sobald wir etwas raus fuhren, ließ es schon merklich nach. Prinzipiell ist in Küstennähe das Netz viel dichter ausgebaut und an der Ostküste hat man besseren Empfang als an der Westküste. Um so weiter man ins Landesinnere fährt, umso schlechter wird es natürlich. Im Outback hatten wir große Strecken zwischen den kleinen Orten zurückgelegt, ohne jegliche Verbindung zu haben. Zum Glück braucht man hier auch nicht Google Maps, da man sich nur schwer verfahren kann. Anrufe im Notfall kann man hier nur noch über Satellitentelefone tätigen.

 

Australisches Bankkonto einrichten

Desweiteren benötigten wir ein australisches Bankkonto für die Auszahlung von Gehältern, um Überweisungen zu tätigen oder für den Kauf unseres Autos. Wir entschieden uns für ein Konto bei der Westpac und waren vollkommen zufrieden damit. Es gab überall rund um Australien ATMs und Bank-Filialen, wo wir kostenlos Geld abheben konnten. Bereits im Voraus hast du die Möglichkeit online erste Schritte für die Eröffnung des Bank-Kontos durchzuführen. Die Registrierung kannst du bereits 12 Monate vor Einreise in Australien bequem und kostenfrei von zu Hause oder unterwegs vornehmen. Wir sind dafür einfach in eine Filiale gegangen und sind die Schritte mit dem netten Bank-Berater einzeln durchgegangen. Natürlich hat die Eröffnung unserer Konten so etwas mehr Bearbeitungszeit in Anspruch genommen. Die fertigen Bank-Karten wurden dann an unsere derzeitige Wohnadresse in Perth geschickt oder man holt diese einfach in der Bank ab. Wenn du das Konto im Voraus eröffnet hast, benötigt es noch deiner Unterschrift und das Vorzeigen deines gültigen Reisepasses.

Bei der Eröffnung des Kontos haben wir sogleich noch einen Superannuation Account angelegt. Es handelt sich hierbei um ein lebenslanges Sparkonto, welches nur Sinn macht, wenn man auch vor hat arbeiten zu gehen. Denn der Arbeitgeber ist in Australien verpflichtet, einen gewissen Anteil auf dein Superannuation Account einzuzahlen. Seit Juli 2014 beträgt der Anteil 9,5 % deines Gehalts. Voraussetzung ist, dass du monatlich mehr als 450 AUD brutto verdienst und du mindestens 18 Jahre alt bist. Wenn man dann in Rente geht, wird dieser Anteil ausgezahlt. Es handelt sich somit um die australische Altersvorsorge. Doch als sogenannter Temporary Resident gibt es die Möglichkeit, dir vorher das Geld auszahlen zu lassen. Dafür musst du Australien verlassen oder dein Visum muss ablaufen bzw. abgebrochen werden. Über die Seite der ATO musst du ein Formular ausfüllen und eine Kopie deines Visums sowie den Nachweis über das abgelaufene bzw. abgebrochene Visum hochladen. Da es sich bei uns nicht wirklich gelohnt hätte, haben wir vor der Ausreise unsere Konten nur geschlossen und keine Anstalten gemacht, Geld zurück zu holen.

Nun fehlt noch der passende fahrbare Untersatz für dein Australien-Roadtrip? Unter folgendem Link geben wir euch Hilfestellungen und Denkanstöße bei der schwierigen Entscheidung, welche Art von Fahrzeug für euch Sinn macht. Zudem bekommt ihr Informationen zum Thema Halterwechsel, Registrierung und Versicherungen im Staat Westaustralien: